Jagd

Die Jagd war eine der größten Vergnügen und Lieblingsbeschäftigungen an den Fürstenhöfen. Sie war eine sportliche Übung, körperliche Betätigung, und diente den Jungen als Übung für den Krieg. Auch Frauen nahmen an der Jagd teil.
Von Frankreich aus kam ein Zeremoniell in Mode in dem es darum ging, da? der Jäger nicht nur ein Tier töten, sondern auch kunstgerecht zu zerlegen hatte, um jedem ein Stück mit einem besonderen Spruch zu übergeben. Das Ansehen des Jägers hing davon ab, dass er dieses Wissen und Können hatte.

Im Mittelalter wurde in den so genannten von den Förstern verwalteten Bannforsten gejagt.
Anfänglich war die Bannlegung dazu gedacht, um das Wild nicht auszurotten und die Wälder vor Rodung zu schützen.

Mit der Abnahme der kaiserlichen und königlichen Macht in der frühen Neuzeit sollte sich dies jedoch ändern.
Die fürstlichen Landesherren waren nun der Meinung, dass sie als Landesherren das Recht hätten, auf ihrem gesamten Territorium zu jagen. Sie teilten das Jagdrecht zwischen hohen und niederen Adel ein. Wenn es nach dem Graf Oettingen gegangen wäre, hätten kleine Edelleute nur Jagd auf Igel und Eichhörnchen machen dürfen, berichtet Sebastian Schärtlin. Noch heute erinnern uns die Begriffe Hoch- und Niederwild an diese Teilung.
Da die Landesherren nun überall uneingeschränkt jagten, wurden viele Saaten und Ernten auf den Äckern vernichtet. Bauern, die sich am Wild ihres Herren vergriffen, wurden schwerst bestraft. Nicht nur, dass auf der Arbeit der Bauern herum getrampelt wurde, sie mussten ihre Arbeit stehen und liegen lassen und als Wildtreiber für ihre Herren agieren.

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Eberjagd aus einem Skizzenbuch

"Die großen Herrn übermachens gar mit dem jagen und wildbahnen. Was sie damit armuth für seufftzen und wehklagen erwecken, kann nicht genug gesagt werden." - Joachim von Wedel

Durch die Zerstörung der Böden kam es zu Hungersnöten bei der ländlichen Bevölkerung.
Als es zu den Bauernkriegen kam, forderten die Bauern in ihren proklamierten 12 Artikeln das Recht zur Jagd. Aber da die Bauernkriege in einer Niederlage für die Aufständischen endeten, frönten die Aristokraten ohne Rücksicht weiter ihrer Jagdleidenschaft.

Auf der anderen Seite hätte ein totaler Jagdstop wiederum zu wirtschaftlichen Problemen geführt. Eine zu große Wildschwein- und Hasenpopulation konnte genauso die Felder zerstören.
Nach einem strengen Winter machten Wölfe und Bären vor Dörfern und Städten nicht halt.
1420 drangen Wolfsrudel nach Paris ein. 1438 greifen sie außerhalb der Stadt Menschen an.
1520 werden königliche Offiziere von Franz I. zu "louvetiers" ernannt, deren Aufgabe es war, Treibjagden zu veranstalten um der Wolfsplage Herr zu werden.

In Tirol und Bayern hatten die Bauern ein Notwehrrecht und durften ein wildes Tier jagen, wenn dieses ihre Tiere riss, denn es konnte einige Zeit dauern bis sich der Landesherr dazu herab ließ, auf die Jagd zu gehen. Für die Bauern waren diese Jagden kein Vergnügen, denn sie setzten sich enormen Gefahren aus. 1579 hatte ein Bär im Werdenfelser Land 3 Pferde und 3 Ochsen gerissen. Ein Jahr später tötete es wieder Pferde und Rinder. Die Bauern gingen auf die Jagd und erlegten den Bären. Um den bayerischen Herzog zu besänftigen, den man um eine Bärenjagd gebracht hatte, sendete man die Trophäe an den Herzog.

Im 16. Jahrhundert kam die Mode auf, Jagdtagebücher zu führen. In diesen wurde genau festgehalten was, wo und wie viel man erlegt hat.
Maler wurden bezahlt, um riesige Gemälde mit Jagdmotiven zu malen.
Von Landgraf Phillip von Hessen heißt es, dass er einmal im Jahr eine Aufzeichnung über seine Jagderfolge an seinen Bekanntenkreis schickte, um mit seinen Erfolgen zu protzen.

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Hirschjagd des Kurfürsten Friedrich des Weisen - Lucas Cranach der Ältere (1529)

Die Jagd war ein Gemeinschaftsritual.
Die häufigsten Arten waren die Hetz-, Treib-, und Drückjagd.
Edle Damen bevorzugten die Beizjagd. Dabei wurden Greifvögel wie Falken und Habichte zur Jagd auf andere Vögel und Haarwild (Kaninchen, Hasen) abgerichtet.

Außerhalb Europas wurden exotischere Tiere gejagt.
Löwen in Afrika, Persien, im Gebiet zwischen Afghanistan und Indien.
Tiger in China, Indien und im gesamt südostasiatischen Raum.
Wildpferde in China.
Windhunde am schwarzen Meer.
Wildscheine in Sumatra, Indien, und der iranischen Hochebene.
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