Kriegswesen

Denken wir an die Schlachten des Mittelalters, fallen uns meist als erstes die gepanzerten Ritter ein, die wir in Filmen wie Ivanhoe, der schwarze Ritter gesehen haben.
Mit der Frühen Neuzeit assoziieren wir meist ihre Nachfolger, die Söldner.

Fallen uns zu den Rittern Wörter wie edle Recken, Ehre und ritterliche Tugenden ein, fallen bei Erwähnung von Söldnern Brandschatzung, Plünderung und Vergewaltigung ein.
Dem war aber nicht immer so und muss differenzierter betrachtet werdet.

Schon im Mittelalter wurden Söldner bezahlt, um ihre Waffen für den einen oder anderen Kriegsherren zu schwingen.
Doch die Masse des Heeres wurde damals noch von den Landadeligen Rittern und ihren Bauern gestellt, als Lehnsdienst an ihn Lehnsherrn.
Mit dem Niedergang der Ritter kam der Aufstieg der Söldner auf allen Schlachtfeldern, wobei sich Italien als erstes durchgesetzt hat. Die Stadtstaaten Italiens warben lieber Krieger aus dem Ausland an, als ihre eigenen Bürger in Kriegen zu opfern.
Anfangs hatten die Söldner in Italien einen schlechten Ruf erworben, denn wenn ein Auftrag erledigt war, und kein anderer Auftraggeber in Sicht war, zogen sie plündernd herum. Auch nahm man es ihnen übel, das sie mitten in der Schlacht die Seiten wechselten, oder Kriege künstlich in die Länge zogen um länger abzukassieren.
Im 15. Jahrhundert waren diese "Banden" jedoch fast verschwunden.

An ihrer Stelle gab es nun disziplinierte und gut organisierte Söldnertruppen. Die Anführer unterzeichneten Verträge, in denen sie ihre Dienste gegen Bezahlung verkauften. Hohe Geldbußen oder Entlassung, bei schweren Verbrechen sogar die Todesstrafe, wurden verhängt. Loyale und fähige Männer wurden mit Land belohnt, erhielten das Bürgerrecht und wurden in den Adelstand erhoben.
Ab dem 16. Jahrhundert verdingten sich die meisten Condottieri nur noch fest an einen Herrn.

Der Söldner am Beispiel des deutschen Landsknechts

Wer waren sie und woher kamen sie?

In der frühen Neuzeit unterscheidet man zwischen drei Arten der Heeresrekrutierung.

1. Die Wehrpflicht

In Schweden und Finnland war jede Gemeinde verpflichtet, eine bestimmte Anzahl von Soldaten zu stellen. Natürlich wurden zuerst die untersten Sozialschichten herangezogen. Je länger aber ein Krieg dauerte, desto häufiger kam es vor, das auch die Söhne reicher Bauern verpflichtet wurden.
Die Wehrpflicht hatte einen großen Nachteil, weil viele Männer entweder gar nicht, oder verkrüppelt von den Schlachtfeldern nach Hause kamen, was nicht gerade positive Auswirkungen auf die Demographie hatte.
In Spanien wurden Gefangene und schwarze Schafe der Gesellschaft zwangsrekrutiert.

2. Lehnspflicht

In Deutschland organisierten einige Fürsten ihre Bauern in Landesaufgebote. Die Bauern waren jedoch nicht von so großem militärischen Wert, weil sie ungeübt und undiszipliniert waren. Außerdem fragten sich viele Bauern, denen man erzählt hatte, dass sie für ihre Familien und Vaterland kämpften, warum sie dies fern ihren Familien und Äcker tun müssen. So verließen sich die Fürsten immer mehr auf Söldnertruppen.

3. Werbung

Oberste und Hauptmänner, welche vom Kriegsherr beauftragt wurden, Männer anzuwerben, bekamen ein Offizierspatent und den Bestallungsbrief in dem geschrieben stand, wie viele Soldaten angeworben werden dürfen, wie hoch der Sold war und an welchem Platz die Truppen gesammelt werden.
Heute geht man meist davon aus, dass Söldner Freiwillige waren, die gegen gute Bezahlung für eine bestimmte Zeit als Kriegsfacharbeiter dienten. Dies traf jedoch nicht auf die breite Masse der Söldner zu.
Die meisten Söldner waren ehemalige Kriegsgefangene, Vagabunden, Sträflinge, Arbeitslose und junge Bauern, die der Not auf dem Land entfliehen wollten.
Ein Venezianer Offizier schrieb 1572 über die Anwerbung von Soldaten: "Sie ließen sich anwerben, um nicht als Handwerker oder Verkäufer arbeiten zu müssen; um vor einer Strafe zu fliehen; um neue Dinge zu sehen, um Ehre zu gewinnen - aber dies sind sehr wenige. Der Rest kommt, um genug zum Leben zu haben und noch ein klein bisschen mehr für Schuhe und ein paar andere Kleinigkeiten, die das Leben erträglich machen."

Viele Söldner blieben ihr ganzen Leben im Dienst, da man als Ausgestoßener in der zivilen Gesellschaft keinerlei Chance hatte. Nur einig wenige konnten in der sozialen Hierarchie aufsteigen. Hohe Militärämter waren nur dem Adel und reichen Bürgertum vorbehalten.

Entschied sich ein Mann, sich einem Landsknechtheer anzuschließen, bekam er als erstes das Laufgeld, damit er zur Musterung kam.
Auf dem Musterplatz vertraten die Musterkommissare den Kriegsherren.
Die Offiziere, der Kommissar und ein Schreiber begutachteten die Männer.
Dazu mussten die zukünftigen Landsknechte durch eine durch aus zwei gegenüberstehende Fähnlein gebildete Gasse, an deren Ende zwei Hellebarden im Boden steckten, mit einem Spieß darüber.
Die aufgenommen Knechte bekamen den Sold eines Monats, dem Mustermonat, sofort ausbezahlt. Danach wurden sie ihren Einheiten zugewiesen, juristisch belehrt und mussten einen Eid auf den Artikelbrief, der für beide Partner Pflichten und Rechte festlegte, ablegen.
Am Platz kamen auch Händler und Handwerker zusammen, die ihre Waren an die Landsknechte verkaufen wollten.
Der Kriegsherr war nur dafür verantwortlich, dass rechtzeitig der Sold ausbezahlt wurde. Bewaffnung, Kleidung und Verpflegung mussten die Landsknechte selbst besorgen.
Medizinische Versorgung und Kriegsrente gab es nicht.

Gewandung des Landknechts

Einheitliche Uniformen wurden nicht getragen. Von Deutschland aus ging der typische Landsknechtmodestil aus. Stulpenstiefel, an den Gelenken aufgeschlitzte Hosen und Hemden, bunte Wämser, bunte Bänder an Hose und Strümpfen, Federhüte. Alles, um sich von der breiten Masse abzuheben. In der Schlacht setzten sie vermehrt auf Bewegungsfreiheit, deshalb trugen sie nur an machen Körperteilen Schutzausrüstung. Ein einfacher Landsknecht trug aber meistens eine schlichte Brust- und Rückenplatte. Offiziere und Doppelsöldner trugen Brustharnische.
Ersatz konnte man bei den Marketendern oder den Leichen am Schlachtfeld besorgen.
Um zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können, wurden farbige Armbinden, Schärpen und Federn und symbolreiche Fahnen verwendet.
Fähnriche waren die Fahnenträger. Man erwartete, dass sie eher starben, als sich die Fahne vom Feind abnehmen zu lassen.

Truppenorganisation

Ein Regiment bestand aus etwa 15 Fähnlein. Befehlshaber war der Feldobrist. Ein Regimentskommandant musste zu dieser Zeit nicht nur tiefgehende Kenntnisse auf den Gebieten der Mathematik, Geometrie, Taktik und des Ingenieurwesens vorweisen, sondern auch die notwendige Autorität haben, Fähigkeit, die eigenen Truppen zu disziplinieren, um Willkür in der Schlacht zu vermeiden und Übergriffe auf die einheimische Bevölkerung zu verhindern.
Das Fähnlein wiederum aus Rotten. Eine Rotte konnte entweder aus 10 Landsknechten oder 6 Doppelsöldnern bestehen.
Doppelsöldner waren Veteranen, die an der vordersten Linie mit Bidenhänder und Hellebarden bewaffnet kämpften und den doppelten Sold bekamen.

Ein Regiment verfügt über folgenden Stab:
  • Feldobrist
  • Locotenent
  • Kaplan
  • Schreiber(Adjutant)
  • Wachtmeister
  • Quartiermeister
  • Proviantmeister
  • Feldscher
  • Feldarzt
  • Trommelschläger
  • Pfeifer
  • Dolmetscher
  • Koch
  • Trabanten
  • Hurenweibel
  • Fuhrknecht
  • Provost(Profoss)
  • Schultheiss
  • Gemeinweibel
Jedes Fähnlein verfügte zusätzlich über folgenden Stab:
  • Hauptmann
  • Leutnant
  • Fähnrich
  • Kaplan
  • Feldwebel(Feldweibel)
  • Führer
  • Fourier
  • Webel
  • Trommelschläger
  • Pfeifer
  • Trabanten
  • Dolmetscher
  • Hauptmanns Junge
  • Fähnrichs Junge
  • Hauptmanns Koch
  • Reisiger Knecht
Artillerie:
  • Oberster Zeugmeister
  • Schanzmeister
  • Schanzbauer
  • Geschirrmeister
  • Zeugwart
  • Büchsenmeister
Die Aufbringung und der Unterhalt der Armeen verursachten finanzielle und organisatorische Probleme für den Landesherrn. Meist sorgten die Truppen für sich selbst, da es eine Heeresversorgung, wie wir sie heute kennen, damals nicht gab.
Die Kosten des Feldzuges wurden durch Steuern eingetrieben. Gemeinden in der Nähe der Armee mussten mit Dienstleistungen und Gütern die Truppen versorgen.
Um die Ernährung zu gewährleisten, waren große Viehherden, unzählige Wagen mit Brot und Bier notwendig. Die Lebensmittel wurden meistens auf Flüssen transportiert. Das verlangsamte die Truppen einerseits, und andererseits band es sie an die Flüsse.
Proviantmangel führte die Truppen dorthin, wo es Lebensmittel gab.
Proviantmangel war katastrophal für die Anführer, da es zu disziplinären Problemen kam und ihre Strategien nicht berücksichtigt wurden, weil ihre Truppen sich lieber auf ihren eigenen Tross stürzten, statt einen Angriff auszuführen, oder die Plünderung einer Stadt am Weitermarsch hinderte.

Im Fuhrpark befanden sich der Hausstand der Offiziere, Munition, Artillerieausrüstung und Belagerungsmaschinen. Dahinter kam der Tross als "Heeresschwanz".
Im Tross befanden sich Nachschub, Marketenderin, Mätressen, Frauen, Kinder, Mägde, Knechte, aber auch Invaliden und andere aus der Gesellschaft Ausgestoßene.
Es war keine Seltenheit, das der Tross mehr Menschen umfasste als die eigentliche Armee.
Der Hurenweibel war der Befehlshaber des Trosses.
Das Regiment durfte nur bei den Marketendern im Tross Waren erwerben. Die Profosse waren für die Preisfestsetzung verantwortlich, begutachteten und prüften die Waren, welche die Händler mit brachten.

Recht und Disziplin

Die Landsknechte waren der zivilen Gerichtsbarkeit entzogen und einer strengen Militärsgerichtsbarkeit unterworfen. Es gab eigene Kriegsrichter, die Recht sprachen und Profosse, welche die Urteile vollstreckten. Man kann sie mit der heutigen Militärpolizei vergleichen.
Das Kriegsrecht war sowohl im Artikelbrief, als auch in der Bestallungsordnung niedergeschrieben.
Zivilpersonen, die mit dem Tross reisten, waren auch der militärischen Gerichtsbarkeit unterworfen.

Häufige Strafen waren Arrest, Auspeitschen, zusätzlicher Wachdienst, in Eisen gelegt werden. Hingerichtet wurde man, wenn man desertierte, meuterte und Feigheit vor dem Feind zeigte. Es gab harte Strafen für Schlägereien, Duelle und Diebstahl.
Übergriffe auf die Zivilbevölkerung wurden auch bestraft, jedoch in diesem Punkt gab es einen großen Spagat zwischen Theorie und Praxis.
Waren die Nahrungsmittel knapp, war sich jeder selbst der nächste. Da kam ihnen das Vieh und die Güter der Bauern recht gelegen.
Der Kriegsherr sah darüber hinweg, weil er so die Meuterei der Männer verhinderte.
Geschickte Feldherren konnten bei Ausbleiben des Soldes Jahre lang vertrösten, weil er sie bei der Nahrungsbeschaffung gewähren ließ.

Truppengattungen

Infanterie

Die Infanterie bestand aus mit Musketen bewaffneten Musketieren und Piken und Spießen tragenden Pikenieren.
Pikeniere waren im Gevierthaufen organisiert. Am Anfang gab es mehr Pikeniere als Musketiere, jedoch setzten sich immer mehr die Musketiere durch.
Die Zweitwaffen der Infanteristen waren verschiedenste Nahkampfwaffen wie Schwerter, Säbel und Dolche.

Kavallerie

Die Kavalleristen wurden auch noch in der Frühen Neuzeit als die vornehmste Waffengattung angesehen. Sie rekrutierte sich aus Edelleuten. Durch den Einsatz der Musketen und Piken in den Schlachten hatte die Reiterei an Bedeutung verloren.

Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert kristallisierten sich fünf verschiedene Arten der Reiterei heraus:
  • die schwere Reiterei als gepanzerte Lanzenreiter
  • die leichter gerüsteten Arkebusiere, die mit Musketen und Blankwaffen bewaffnet waren
  • die gerüsteten mit Degen und Pistolen bewaffneten Schwarzen Reiter. Sie ritten schwarze und dunkelbraune Pferde. Aus ihnen gingen die Kürassiere hervor.
  • die leichten Reiter ohne Rüstung und mit Lanzen, Bogen, Säbel und Pistolen bewaffnet.
  • Dragoner, welche vom Sattel aus, oder auch zu Fuß kämpften. Sie waren mit Piken und Luntenschlossgewehren bewaffnet und trugen keine Rüstung.
Die Kavallerieregimenter hatten zwischen 800 und 1000 Mann. Für den Kampf formierten sie sich in Schwadronen. Attacken mit Blankwaffen, wie man sie aus verschiedensten Filmen kennt, waren eher selten.
Die leichte Reiterei wurde vor allem für Streifzüge, Überfälle, Schutz der eigenen Truppen und Verfolgung der Feinde eingesetzt.

Artillerie

Die Kanonen wurden aus teurer Bronze gegossen, weil Bronze als Material für die Geschützrohre geeigneter war als Eisenguss.
Rohre aus Eisenguss zersprangen oft und die herumfliegenden Teile töteten die Geschützmannschaft.
Die Bronzegießer mussten die Konstruktionspläne der Kanonen wie Staatsgeheimnisse behandeln.
Die Artillerie wurde von Pferden gezogen und war eine Kanone mal positioniert, gab es während der Schlacht keine Chance mehr für einen Stellungswechsel.

Die Kartaune mit einem Geschossgewicht von 42 Pfund und die Halbkartaune mit 24 Pfund waren die gebräuchlichsten Modelle.
Eine Kanone gab pro Tag ca. 50 Schuss pro Tag ab.
Hin und wieder wurden Riesengeschütze hergestellt. Diese waren zwar schön zum Anschauen und hatten eine moralische Wirkung, jedoch keinerlei militärischen Nutzen.
Die Kugeln der Kartaune wurden aus Gusseisen hergestellt.
Von den angreifenden Truppen waren die Kartätschen gefürchtet. Büchsen und Beutel, gefüllt mit Steinen, Nägel, Schrott und Eisenkugeln, wurden als Munition verwendet und durchsiebten die naherückenden Feinde.
Noch gefürchteter waren die Kettenkugeln. Das waren zwei Kugeln, die durch eine Kette verbunden waren und während des Fluges rotierten und alles niedermähten, was ihnen im Weg stand.
Orgelgeschütze hatten zwischen 20 und 60 Rohre die gleichzeitig feuern konnten.

Bei Belagerungen wurden Mörser eingesetzt, die bis zu 45 Pfund schwere Kugeln verschießen konnten. Belagerungen waren das Haupteinsatzgebiet der Artillerie.

Die Verantwortung und das Kommando über die Artillerie hatten der Büchsen- und Stückmeister.
Der Stückmeister war für das taktische Kommando zuständig, während der Büchsenmeister die technische Seite übernahm.

Die Schlachten

Offene Feldschlachten waren nur dann möglich, wenn beide Seiten es auch wirklich wollten.
Denn sobald eine Seite dazu überging, Befestigungsanlagen und Schanzgruben zu bauen, waren sie so gut wie unangreifbar und der Angreifer vermied die Offensive.
Die Strategie war darauf aufgebaut, sich offenen Feldschlachten zu entziehen, denn Feldschlachten bargen ein großes Risiko. Keiner konnte voraussagen, wie die Schlacht ausgehen wird.

Die Kommandierenden hatten das Problem, dass sie die vielen Einzelgefechte nicht mehr überblicken konnten und waren die Truppenteile mal aufgestellt und in den Kampf geführt, gab es keine Chance mehr im Nachhinein etwas zu ändern und zu reagieren.
Oft wusste man auch gar nicht wer die Schlacht gewonnen hatte.
War bis zum Abend keine Entscheidung gefallen, hörte man bei Anbruch der Dunkelheit auf.
Über den Rückzug entschieden die Nerven der Kommandierenden und Soldaten. Meist sahen sich jene, die als letzte vom Feld gingen, egal ob sie mehr Verluste hatten, oder nicht, als Sieger an. Denn selbst eine schwere Niederlange konnte leicht verdaut werden, denn solange man das Kapital dazu hatte, konnte man immer wieder neue Männer kaufen.

Kam es mal zu einer Schlacht, wurde die Infanterie in der Mitte positioniert und von der Reiterei flankiert. Die Aufgabe der Pikeniere, die große Gevierthaufen in Vierecksformation bildeten, war es, die Musketiere während ihrer Ladezeit zu schützen.

1590 führte Moritz von Nassau eine Militärreform durch, die während des 30-jährigen Krieges von König Gustav Adolf weiterentwickelt und eingesetzt wurde.
Diese Reform setzte auf die Feuerwirkung der verbesserten Musketen und weniger den Einsatz von Pikenieren. Die Formationen waren kleiner und die Schlachtlinie wurde ausgedehnt. Da die geringe Tiefe einen Durchbruch des Feindes ermöglichte, wurde es immer wichtiger, gut ausgebildete und disziplinierte Soldaten zu haben.
Eine Reihe gab eine Salve ab, und ging nach hinten, während die anderen nun schossen.
Der Soldat musste jeglichen Griff an der Muskete wie im Schlaf beherrschen.

Die Verluste in offenen Feldschlachten waren sehr hoch. Die Kämpfe dauerten Stunden.
Verwundungen durch Musketen und Blankwaffen wurden kaum überlebt. Medizinische Versorgung gab es kaum.
Während einer Belagerung hungerten sowohl die Belagerer, als auch die Belagerten.
Sturmangriffe mussten extra bezahlt werden und so sind Plünderung der Städte nach Nahrung und Waren auch in diesem Licht zu sehen.

Waffen

Hieb- und Stichwaffen:

Der Bidenhänder

Der Bidenhänder wurde als Schlachtschwert von den Doppelsöldnern verwendet. Ihre Aufgabe war es, als Gassenhauer breite Breschen in den feindlichen Spießwall zu schlagen, aber auch ihre Rotte und die Offiziere zu verteidigen.
Die Klinge konnte gerade oder geflammt sein und eine Länge von 140 cm - 200 cm haben.
Einige Bidenhänder besaßen einen stumpfen Bereich, die sogenannte Fehlschärfe, am unteren Ende der Klinge, die mit Leder umwickelt wurde.
Dadurch konnte die zweite Hand vor die Parierstange greifen und die Stoßkraft der Waffe verstärken. Zudem ließ sich ein so präpariertes Schwert beim Marschieren mit einer Hand tragen und gefahrlos gegen die Schulter lehnen. Vor der Fehlschärfe war die Klinge mit sog. "Parierhaken" versehen, um die Hand an der Fehlschärfe zu schützen.

Der Katzbalger

Der Katzbalger ist das typische Kurzschwert der Landsknechte und Zweitwaffe der Pikeniere.
Die Klinge war zwischen 50 und 80 cm lang und 4 - 5 cm breit. Er hatte einen kurzen Knauf und einen S-förmig gebogene Parierstange.
Der Katzbalger wurde im Laufe der Zeit vom Degen/Rapier abgelöst.

Der Anderthalbhänder

Der Anderthalbhänder wog ca. 1,5-2 kg und hatte eine etwa 1,10 m lange zweischneidige Klinge. Der Griff war bis zu 30 cm lang, was eine zweihändige Führung zuließ, da Schilde nicht mehr benützt wurden.

Der Säbel

Der Säbel war die typische Reiterwaffe. Sie hatte eine gekrümmte, einschneidige Klinge und gelangte mit dem osmanischen Heer nach Europa.

Das Rapier

Das Rapier ist eine Hieb- und Stichwaffe mit langer, schmaler, zweischneidiger Klinge. Der Handschutz mit Parierstange und Glocke war meist kunstvoll gestaltet. Das Rapier verdrängte das Schwert als Machtsymbol und war die Duellwaffe der Renaissance. Er entwickelte sich aus dem Degen heraus.

Stangenwaffen:

Die Hellebarde

Die Hellebarde oder auch Helmbarte wurde durch ihren Einsatz bei den Schweizer Eidgenossen berühmt, mit denen sie sich den Ritterheeren entgegenstellten.
Die Hellebarde hat eine breite Barte und kurze Klinge und am Ende eine Stoßklinge. Der meist 1½ -2 Meter lange hölzerne Schaft besaß oft einen mehreckigen Querschnitt oder Lederwicklungen, um beim Hieb das Wegdrehen der Waffe in der Hand zu vermeiden.
Der Übergangsbereich zwischen Klinge und Schaft wurde seitlich mit Schaftfedern aus Metall verstärkt.

Die Pike

Die Pike war die Standardwaffe des Infanteristen. Ihr Schaft war bis zu 5 m lang und mit einer Eisenspitze versehen.

Handfeuerwaffen:

Anfang des 15. Jahrhundert wurde das Luntenschnappschloss entwickelt. Die Lunte glimmte nach dem Anzünden. Mittels eines Schnappmechanismus wurde beim Betätigen des Abzuges die glimmende Lunte blitzartig an das Schießpulver gedrückt und führte zur Zündung. Um 1493 kamen gezogene Läufe mit Kimme und Korn für die Visierung auf.
Um 1520 wurden die Radschlösser verwendet. Beim Radschloss wird der Funke selbst erzeugt und man muss keine Lunte anzünden.
Die Herstellung eines Radschlosses war teuer und so dauerte es seine Zeit bis es sich gegen das Luntenschnappschloss durchsetzte.
Erst Mitte des 17. Jahrhundert wurden die Steinschlosswaffen, wo ein Feuerstein für den Funken sorgte, erfunden.

Eine Muskete konnte bis zu 1,8 m lang und elf Kilo wiegen.
Der Lauf wurde auf eine Gabel, die im Boden steckte, gestellt.
Die etwa 50 Gramm schweren Bleikugeln musste der Musketier selbst am Lagerfeuer gießen.
Das Laden war kompliziert und laut einem Kriegsbuch aus dem 30-jährigen Krieg waren bis zu 143 Griffe nötig.
Auf 75 Meter gab es eine fünfzigprozentige Trefferchance.

Es gab auch Handgranaten.
Hohle Eisenkugeln wurden mit Pulver und Eisenkugeln und Nägeln gefüllt und mit einer Lunte angezündet.
Den Namen hat sie von ihrer Ähnlichkeit mit dem Granatapfel.
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