Mode

Die Gewandung spiegelte schon immer die sozialen Gegensätze in der Gesellschaft. Man hob sich von den anderen ab und grenzte seinen Stand ab. Die Gewandung musste nach außen hin repräsentieren. In der Renaissance waren die Kleider körperbetonter und bequemer als die Mode der Gotik.

In der Renaissance jedoch verließ die Mode den Fürstenhof. Neureiche Bürger konnten es sich leisten jegliche neuen Moden anzueignen. Zwar gefiel das dem Adel nicht und sie erließen Modegesetze gegen die übrigen Stände, jedoch hielt das Bürgertum sich in der Zeit des Individualismus kaum daran. Lieber zahlte man hohe Geldstrafen und setzte sich über die mittelalterlichen Standesgrenzen hinfort.
Im Jahre 1500 wurden am Reichstag von Augsburg alle Obrigkeiten ermahnt die Kleiderordung von 1498 besser durchzusetzen. Das sie nicht viel getan haben, bzw. sie sich nicht durchsetzen konnten, wurde die Kleiderordnung der deutschen Lande 1530 in Augsburg noch einmal geregelt. Von hohen Adeligen bis zum letzten Penner wurde genau geregelt, wer was zu tragen hat und welche Stoffe und Farben verwendet werden durften. Auch diesmal gab es zwar eine Verordnung, aber wie die letzten male interessierte es niemanden. Auf dem Reichstag von 1548 musste man die Verordnung von 1530 wieder in Erinnerung bringen.

Der Zugang zu den neuen Bekleidungsmoden war nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung möglich. Bei den Bauern tat sich jahrhundertelang nicht sehr viel. Woher hätten sie auch das Geld für den Luxus her bekommen sollen? Das billige Arbeits- und Alltagsgewand wurde aus örtlichen Stoffen gefertigt. Auf den Luxus sich die Stoffe blau oder rot zu färben mussten sie verzichten.

Die erste Welle der Renaissance Mode ging Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts von den italienischen Städten aus. Die Städte hatten sich eine goldene Nase mit dem Handel in den Orient verdient. Durch die Handelsbeziehungen kam man zu neuen Stoffen wie Seide in Kontakt.
Nun trug man Gold- und Silberbrokat, Samt und Seide, Stickereien, Pelze.

Lucas Cranach d. Ä. - Portrait eines jungen Mannes mit Barett
Lucas Cranach d. Ä. - Portrait eines jungen Mannes mit Barett
Die Strümpfe der Männer entwickelten sich zu Trikothosen weiter. Darüber trug man ein geschnürten Wams und einen weiten Umhang. Bei der Hutmode setzte sich das Barett mit ihrer flachen Form und breiter Krempe durch. Vielfältig war der Federschmuck den man zum Barett tragen konnte.
Die Mode der Frauen war vor allem durch ihre neue Freizügigkeit gekennzeichnet. Es war Mode viel nackte Haut zu zeigen. Die Schleppen und Ärmel wurden gekürzt. Die Frauen trugen keine Hauben mehr, sondern frisierten ihre Haare kunstvoll. Am liebsten rasierten sie sich die Stirn glatt und bleichten sich die restlichen Haare unter der Sonne und puderten sich die Gesichtshaut weiß.


Um 1520 trug man in Deutschland die Schaube als Kleidungsstück. Die Schaube hatte sich aus den langen mantelförmigen Kleidungen entwickelt. Sie zeichnete sich durch ihren Pelzkragen, die verschwenderische Stofffülle und verschiedenartig geraffte Oberärmel aus. Sie war bis auf die Kniehöhe gekürzt und nicht mehr wie ursprünglich Bodenlang.

Schaube
Schaube
Zuerst wurde die Schlaube eine Amtskleidung von Richtern, Ärzten, Professoren getragen bevor sie bald alle trugen. Noch heute sind sie zum Teil für akademische Feiern an den Universitäten erhalten.
Die Schlaube gab es auch in femininer Variation.
In der Frauenmode trennte sich das geschnürte Mieder von dem rundgeschnittenen Rock. Der prächtig verzierte Gürtel wurde zur Trennlinie zwischen Ober- und Unterkörper. Schleppen verloren an Bedeutung.


Lucas Cranach d. Ä. - Herzog Heinrich der Fromme
Lucas Cranach d. Ä. - Herzog Heinrich der Fromme
Anfang des 16. Jahrhunderts ging von Deutschland die Schlitzmode aus, die die Höfe Europas erobern sollte.
Nach dem Vorbild deutscher Landsknechte ging man dazu über an seiner Gewandung Schlitze anzubringen. Vorallem an den Gelenken der Arme und Beine wo die Glieder am engesten unschlossen waren, wurde geschlitzt. Die Anzahl und Form der Schlitze waren nicht vorgegeben. Jeder wie er wollte.
Die Zeitgenossen sahen in den Schweizer Reisläufern die ersten, die sich in dieser Mode kleideten. Es heisst, dass sie nach ihren Siegen gegen die Burgunder kostbare Gewänder erbeuteten und nicht wussten wie sie sie anziehen sollten, bis jemand auf die Idee kam, die Kleider aufzuschneiden und rein zu schlüpfen. Der Cronist Konrad Pellicanus von Rufach bestätigt die Theorie, in dem er in seinen Aufzeichnungen aus den 1490er Jahren schreibt: "bis dahin hatte niemand buntfarbene zerhauene Kleider gesehen, aber jetzt mussten sich die Schneider daran machen, solche Flickerkünste zu lernen, denn die heimkehrenden Soldaten führten allerlei Neuerungen zu Hause ein."

Nicht jeder war Anfangs war ein Freund dieser Mode. Einige Herren beschwerten sich bei Kaiser Maximilan und forderten ein Verbot dieser Mode. Der nahm jedoch seine Männer in Schutz und soll geantwortet haben: "Lasst sie doch gehen. Bei ihrem unseligen und kümmerlichen Leben muss man ihnen einen Spaß gönnen."

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Pluderhose
Einige Behörden versuchten trotzdem im Laufe der Zeit erfolglos dagegen vorzugehen. 1518 die österreichischen Landsstände, 1525 verbot die Universität Tübingen ihren Studenten zerschnittene Hosen zu tragen. Doch wer sollte die Verbote kontrollieren?
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts enstanden in Deutschland die beliebten Pluderhosen. Diese reichten dem Träger bis zu den Knien und bestanden aus langen Streifen, die ihrer Länge nach nicht zusammengenäht wurden. Die offenen Zwischenräume wurden mit leichten Stoff ausgefüllt. Für die langen Streifen des Oberteils wurde starkes Wolltuch verwendet.

In England löste die Renaissance Mode die mittelalterliche erst im 16. Jahrhundert ab. Ein Jahrhundert vorher war man in England damit beschäftigt Bürgerkrieg zu führen. Die Familien York und Lancaster, beide stammten von der Familie Plantagenet, schlugen sich in den Rosenkriegen die Köpfe ein um an die englische Königskrone zu kommen. Wenn zwei sich steiten, freut sich meist der dritte und so kam letztendlich mit Heinrich VII. aus dem Hause der Tudor, der mit den Lancaster verwandt war, zur Königswürde. Um den Frieden zu wahren, heiratete er Elisabeth aus dem Hause der York und vereinte beide Häuser. Nach den Rosenkriegen war das Land wirtschaftlich am Ende. Der König stand vor der Aufgabe die Krone mit dem Landadel und Bürgertum zu versöhnen. Alles in allem hatte man weder das Geld, noch die Zeit um sich mit kostspielieger Mode auseinander zu setzen.
Dies sollte sich ab 1509 mit der Thronbesteigung Heinrich VIII. ändern.

Heinrich VIII.
Heinrich VIII.

Anne Cleves
Anne Cleves
Der neue König war ein Fan der Repräsenationsmode und in kürzester Zeit war der bis dahin sparsame englische Hof ein Ort des Luxus und musste sich den Vergleich mit anderen Renaissance Höfen nicht scheuen.
In England entstand eine Mode aus italienischen, deutschen und nationaler Prägung.
Jane Seymour
Jane Seymour
Die Taille der Frauengewänder wurde der natürlichen Körperkontur angepasst. Der Übermantel hatte die Schlaube als Vorbild mit dem Unterschied, dass der Übermantel weiter geschnitten war und fast immer geschlossen getragen wurde. Das Dekolleté war kleiner als in Südeuropa und mit Pelzeinsätzen verdeckt. Die Ärmel waren traditionell eng und lang geschnitten und reichten bis zu den Fingerspitzen.
Eine Eigenheit der englischen Mode war die Barbe, eine Art Gesichtslatz aus gefalteten Leinen die das Gesicht bis zum Mund verdecken konnte.

Heinrich VIII.
Heinrich VIII.
Die englische Männermode hatte die ialienische als Vorbild. Das Hemd mit dem runden, großen Ausschnitt war weit geöffnet, aber es wurde keine nackte Haut gezeigt, da sie unter einem gemusterten oder besticken Brustlatz, der am sehr kurzen Wams angebracht war, versteckt wurde.
Die enganliegenden Hosen glichen unseren heutigen Strumpfhosen aus elastischen Material. Der Hosenlatz, der zuerst unscheinbar war, wurde mit der Zeit immer auffälliger verziert und fand ihren Höhepunkt in der ausfallenden Schamkapsel.
Aus Deutschland kam die Schlitzmode über Frankreich in ihrer milderen Form nach England.
Während der Regierungszeit Eduards VI. (1547 - 1553) wurde das Partlet, ein abnehmbarer Kragen, getragen.
Mit der Thronbesteigung Maria I. (1547 - 1553) fand die spanische Weltmode ihren Einzug nach England.

Französischer Edelmann zur Zeit Ludwig XII.
Französischer Edelmann zur Zeit Ludwig XII.
Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts importierte man nach den militärischen Expeditionen Frankeichs in Italien die italienische Mode an den französischen Hof von König Karl VIII. (1470 - 1498) und Ludwig XII. (1498 - 1515).
Die große Bewegungsfreiheit durch die einfachen Schnitte und weitere Paßformen waren ein Kennzeichen dieser Mode. Nur gab es in Frankreich zum Unterschied zu Italien mehr Stoffülle. Die deutsche Schlitzmode wurde zögerlich und in abgemilderter Form angenommen.
Franz I. von Frankeich
Franz I. von Frankeich
Die Schlitze an Ärmel, Wams und Hosenbeine waren schmaler. Tief ausgeschnittene Dekolletes, die nicht wie England bedeckt wurden, trug man zur Zeit Franz I. (1515 - 1547). Das Dekolleté wurde mit Samt und Pelz verschönert.
Es lassen sich viele Paralellen zwischen der Männer- und Frauenmode zu jener Zeit in Frankreich finden. Beide Geschlechter verwendeten Broschen um die flache Kopfbedeckung festzustecken. Die Übermäntel wurden kurz getragen, die Ärmel stark gebauscht und aufgeschlagen. Eine große Anzahl von Accessoires wurden verwendet.

Der Unterrock aus groben Leinen, der von einem weiten, kegelförmigen Rock aus Taft bedeckt war, war die Modeneuheit schlechthin. Von der Taille aus wurde er über den Reifrock gespannt und bedeckte die Beine komplett.
Darunter wurden Strümpfe getragen, die knapp über dem Knie endeten und von Strumpfbändern fixiert wurden.
Die Damen des Hofes trugen hohe italienische Pantoffeln die in Resteuropa nicht üblich waren.

Unter Heinrich II. (1547 - 1559) änderte sich die französsiche Mode durch den spanischen Einfluss wieder. Dunkle Farben verdrängten die hellen. Es wurde verboten Samt und Seide zu verwenden.
Das Wams der Männer schloss sich nach oben und verdeckte die Brust und wurde nach unten durch ein Schoss verlängert und verwischte so die Konturen des Schambereich. Gebauschte Kniehosen und Strümpfe ersetzten die Stumpfhosen.
Vereinzelt trugen Damen den spanischen Schnürleib vor der Brust, der mit Eisen oder Stahlstäben die weibliche Brust zu einem Kegel zusammenpreßte.
Als Karl IX. 1560 den Thron bestieg, übernahm der französische Hof die spanische Mode endgültig.

Don Carlos Infant von Spanien
Don Carlos Infant von Spanien
Gegen 1525 began der Aufstieg Spaniens als Modetrendsetter.
1492 hatte Spanien mit Granada die letzte maurische Bastion auf spanischen Boden eingenommen und die Reconquista vollendet. Im gleichen Jahr entdeckte Columbus die Westindischen Inseln.
Durch Heiratsverbindungen mit dem Hause Habsburg stand dem Aufstieg Spaniens als neue Macht nichts mehr im Wege. Das konservative katholische spanische Herrscherhaus unterdrückte jegliche politische und religiöse Reformationsbestrebungen im Land und so sollte es auch zur Ausgangsbasis der Gegenreformation in Europa werden. Die Kleidung war das äußere Zeichen der neuen Zeit.
Die Gewänder waren meist schwarzfarben und symbolisierten stolz und ernst eine Warnung an alle vor ketzerischen Ideen und deren Konsequenzen.
Das Schwarz ließ den Träger majestätischer wirken und das war genau das worauf die Obrigkeit abfuhr. Die spanische Mode war eine Mode für den Adel am Hof und so wurde der Gegensatz zwischen den Trachten des Adel und der übrigen Bevölkerung immer größer.

Das Bürgertum hatte auf die spanischen Mode überhaupt keinen Einfluss mehr und das sollte sich in ganz Europa bis zum Revolutionszeitalter nicht mehr ändern. Die Individualität der Schnitte in der Mode die für die Renaissance bis dahin kennzeichnend war, wurde für einheitlich engen sowie starren Charakter, aufgegeben. Die Schlitzmode war out.
Das Gewand sollte wie eine steife strenge Uniform wirken.
Männliche Charakteristika wurden stark auswattiert in ihrer Silouette betont, aber in ihrer sichtbaren Ausprägung kaschiert. Eine Ausnahme war die Schamkapsel wo alles beim alten blieb.
Die weiblichen Körperformen wurden durch einengende und pressende Unterkleider geometrisch abgeflacht.

Mitte des 16. Jahrhunderts trug man an den Höfen Europas in verschieden starker Abstufung die spanische Weltmode und die strenge Etikette. Alles wurde durch die Etikette reglementiert.
Wams und Überrock mussten die Gestalt eines kopfstehenden Kegels haben. Die Taille wurde so eng gegürtet, das auch die Männer bald anfingen Korsetts zu tragen, die wie Schutzpanzer wirkten.
Um den Hals wurde ein hoher bis zum Kinnreichender Kragen getragen.
Die Ärmel lagen glatt an und waren meist nur an das Wams angenestelt, wobei die Verbindungsstellen durch Schulterklappen und Wulstrollen kaschiert wurden, die die maskuline Dreiecksform unterstrichen.
Als Hosen wurden die Kugelhosen getragen. Das waren Hosen die man mit Kleie und Roßhaar ausstopfte und dadurch eine Kugelform bekamen. Sie bedeckte nur noch den halben Oberschenkel. Das restliche Bein wurde von Seidenstrümpfen bedeckt.
Die Schuhe waren enganliegend und nach vorne verlängert. Eine Alternative zu diesem Schuhwerk waren die Reiterstiefel die sich zu den Stulpenstiefel weiter entwickelten.
Man trug auch noch kurze und halblange Mäntel, die über die Schulter geworfen wurden. Auf den Kopf trug man hohe Baretts mit Federbeiwerk.

Nicholas Hillard - Porträt der Alice Brandom
Nicholas Hillard - Porträt der Alice Brandom
Die Etikette der weiblichen Hofmode war bei den Frauen strenger. Man ging gegen die natürlichen weiblichen Rundungen vor. Der große Reifrock in Kegel- und Tonnenform kam in Mode.
Mit Hilfe von Fischbein-, Eisen- und Stahlstäben wurde der Rock stabilisiert. Mit Hilfe von Miedern und Korsetts, die mit dünnen Bleiplatten unterlegt wurden, ließen die Form der weiblichen Brust verschwinden. Mit diesen Mitteln konnte man den weiblichen Körper neue Formen geben.
Das Kleid schloß am Hals und wie beim Mann wirkte mit Hilfe des Kragens der Kopf wie auf einer Platte serviert. Über dem Kleid trugen Frauen noch ein mantelähnliches Übergewand.

Selbst die Frisuren wirkten streng und steif. Die Haare wurden mit künstlichen Einlagen nach oben toupiert. Es war verpönnt Fuß zu zeigen und so trugen die Damen enge Schuhe aus Atlas oder weichem Leder. Wenn die Dame auf die Strasse wollte, konnte sie vorher Kork oder Holz unter den Schuhen anbringen. Die hohen Absätze sorgten erstens dafür, dass die Dame nicht durch den Dreck auf der Strasse marschierte und zweitens wurde sie dazu gezwungen langam und würdevoll zu gehen.
Die Etikette war gegen den Gebauch von Schminke und so konzentrierte man sich auf kunstvolle Accessoires wie Handschuhe, Schmuck oder Fächer. Die Fächer sahen wie kleine Fähnchen aus. Faltfächer wurden erst im 17. Jahrhundert verwendet. In Frankreich und England schützten die Damen ihre Gesichter mit einer schwarzen Samtmaske, die an einem Knopf im Mund festgehalten wurde.
Das Taschentuch aus Italien war überall beliebt. Das Taschentuch war kostspielig und nicht viel wussten überhaupt etwas damit anzufangen. Taschentücher waren ein begehrtes Erbstück.

In Frankreich übernahm man die spanische Mode nicht 1:1, sondern ließ Änderungen reinfliessen und verlor an ihrer Strenge. So war König Heinrich III. (1551 - 1589) ein Hobbymodedesigner, der selbst Hand an die Kleidung anlegte und sie änderte.

Heinrich III. von Frankreich
Heinrich III. von Frankreich
Das Wams verlor die Schöße und wurde mit einer langen Spitze bis zwischen die Schenkel fortgeführt. Die Spitze wurde ausgestopft und bekam die Form und den Namen eines Gänsebauches. Auf die Schamkapsel wurde verzichtet. Der König schaute viel von den Damen ab und übernahm Hut, Frisur, Krause und Wams der weiblichen Toilette.
Agrippa d´Aubigné schrieb über den König, das man nicht wisse, ob man eine König als Frau, oder einen Mann als Königin hätte. Er und seine Günstlinge, die ihn kopierten, waren geschnürt, parfümiert, gepudert und frisiert wie Pariser Huren. Am liebsten trugen sie helle Farben wie hellblau und weiß.

Elisabeth I. von England
Elisabeth I. von England
In England übetrieb man es mit den Kugelhosen oder Pumphosen. Von denen hieß es sie wären so weit, das man darin Korn in die Mühlen bringen konnte. Auch in England wollte man nicht auf Farben verzichten und so kam Bristol-rot, Kendal-grün und Coventry-blau in Mode.

Sir Francis Drake
Sir Francis Drake

Die deutschen Männer wollten sich, spanische Mode hin oder her, nicht von ihren Pluderhosen trennen und so trugen nicht alle die spanische Heerpauke und das strikte schwarz der Gewandung wollten sie sich auch nicht aufoktroieren lassen. Die Damen hingegen wichen wenig vom spansichen Modell ab.




Deutscher Edelmann
Deutscher Edelmann

In Italien waren es die Damen, die sich nicht ohne Änderungen dem spanischen Modediktat unterwerfen wollten. Man verzichtete nicht auf das Dekolleté. Der viereckige Ausschnitt ging vorne ziemlich tief hinunter und nur rückwerts deckte die hochstehende Kröse den Kopf schützend wie eine Mauer ab. Der Schnitt des Kleides war spanisch, jedoch schnürten sich die Italienerinnen nicht so spitz und der obere Rock wurde länger getragen.
Auch in der Frisur ging man in Italien seinen eigenen Weg.
Während anderswo keine Dame sich mit bloßen Kopf zeigte, sondern Barett oder Hauben trugen, präsentierten die Italienerinnen ihre Haare. Sie trugen es offen, in langen Locken, am liebsten blond; in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts halbmondförmig über der Stirn arrangiert, welches a corna hieß. In die kleinen gebrannten Löckchen wurden Perlen eingeflochten.
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